Unser Schuleinzugsgebiet ist wunderbar geeignet, die Grundschulkinder laufen zu lassen. Der längste Schulweg innerhalb des Einzugsgebietes ist etwa 1,5 km lang, bis auf sehr wenige Stellen laufen die Kinder fast überall in einer Tempo-30-Zone, es gibt kaum gefährliche Straßenquerungen, hier gibt es wenig Durchgangsverkehr in andere Stadtgebiete, das Gebiet ist dicht besiedelt, so dass die Kinder nicht allein durch menschenleere Straßen gehen müssen.

Doch Gründe warum Eltern ihre Kinder lieber mit dem Auto zur Schule fahren, als sie laufen zu lassen, gibt es genug: an erster Stelle steht meist der Sicherheitsgedanke, gefolgt von Zeitproblemen und natürlich oft genug auch einfacher Bequemlichkeit.

Cartoon

Dabei münden diese Gründe in einem Teufelskreis: so werden zum Beispiel Eltern, die aus Angst vor Unfällen die Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, selber ungewollt zu einem Teil des Gefahrenpotentials. 

Was passiert da vor unserer Schule?

Sieht man sich das morgendliche Chaos einmal in Ruhe an, wird schnell klar, warum immer mehr Eltern, Lehrer und Verkehrsexperten auf den Schulweg zu Fuß drängen.

  • Einige Eltern "vergessen" auf dem Weg zur Schule gern die Geschwindigkeitsbegrenzungen. In der Stettiner Straße, Lützowallee und Breslauer Straße wird dannn auch mal mit 50 km/h gefahren. Spitzengeschwindigkeit waren ca 70 km/h eines besonders eiligen Kindertransportes zur Schule!
  • Eltern wenden auf dem Fußweg und nehmen dabei keine Rücksicht auf Kinder die dort unterwegs sind.
  • Es wird entgegen der Fahrtrichtung geparkt.
  • Es wird auf der Straßenseite geparkt, auf der kein Fußweg ist. Effekt: Slalomübungen am Morgen.
  • Auffahrten von Anwohnern werden zugeparkt. Diese kommen dann zum Teil selber nicht rechtzeitig auf den Weg zur Arbeit.
  • Es gibt auch mal Streit, wenn die Anwohner sich über rücksichtsloses Verhalten beschweren.
  • Die Feuerwehrzufahrt zur Schule wird einfach zugeparkt. Sollte zu den Bring- und Holzeiten einmal ein Notruf nötig sein, hätten Feuerwehr oder Krankenwagen keine Chance zur Schule zu kommen. Die Hilfe würde sich stark verzögern.

Fragen wir doch einmal anders herum: Was sind die Vorteile für die Kinder, wenn sie zu Fuß zur Schule gehen?

  • Der Schulweg zu Fuß ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Selbstständigkeit! Hier können Kinder, nach der anfänglichen begleiteten Phase, ganz allein und eigenverantwortlich einen Teil ihres Alltages meistern. Damit ist auch ein großes Stück Privatsphäre verbunden. Was die Kinder auf dem Schulweg tun und erleben sehen die Eltern nicht. 
  • Hier können soziale Kompetenzen trainiert werden! Die Kinder sind unter sich, begegnen auch einmal fremden Menschen. Ganz ohne Aufsicht können sie hier üben, wie man sich richtig verhält gegenüber Gleichaltrigen aber auch fremden Erwachsenen. Sie müssen Konflikte aushalten und Probleme selber lösen. Und ja, manchmal gehört dazu auch der Rüffel eines Anwohners oder anderen Verkehrsteilnehmers.
  • Die Kinder lernen ihr Wohnumfeld und ihre Umwelt kennen!

schulweg fuss        schulweg auto

       Beieindruckend sind diese beiden Bilder und sie zeigen wie gravierend die Unterschiede der Wahrnehmung der Umwelt dieser beiden Kinder sind. Auf dem Schulweg können die            Kinder in Ruhe alles entdecken was unsere Welt ausmacht. Aber nur, wenn sie zu Fuß gehen.

  • Die Kinder können sich zu Fuß sicher als Verkehrsteilnehmer üben! Im Auto lernen sie die Verkehrsregeln nicht, lernen nicht die Geschwindigkeit und das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer einzuschätzen. Auf dem Fahrrad sind Grundschüler noch überfordert. Sie bewegen sich selber viel zu schnell vorwärts um einen guten Überblick über das Verkehrsgeschehen behalten zu können.
  • Der Schulweg zu Fuß bedeutet Bewegung! Unsere Kinder leben mit Bewegung einfach viel gesünder.
  • Die Kinder kommen fitter, wacher und konzentrierter in den Unterricht!

 

Und wir Eltern - was sind für uns die Vorteile?

  • Der Start in den Tag ist stressfreier! Die meisten kennen die morgendliche Routine: zwei oder mehr Kinder müssen angezogen werden, Frühstück sollte im besten Fall auch sein, vielleicht müssen die Sachen für den Tag noch gepackt werden. Und beide müssen zu unterschiedlichen Orten gebracht werden - Schule, Kindergarten, Krippe,... Da ist es sehr verlockend auf dem Weg eben noch das Kind an der Grundschule rauszulassen. Doch stellen Sie sich einmal vor: um acht Uhr spätestens verlässt Ihr Grundschulekind allein das Haus. Sie müssen sich nicht um diesen Weg kümmern und aben Zeit sich ganz auf das andere Kind zu konzentrieren oder sie haben sogar noch Zeit für sich selber. Und mal ehrlich, geht es wirklich schneller, wenn Sie ihr Kind zur Schule fahren? Die Breslauer Straße entlang drängeln mit all den anderen gestressten Autoeltern, Parkplatz finden, auf die anderen Kinder achten, und dann die Breslauer Straße wieder zurück. Stoppen Sie doch einfach einmal probeweise die Zeit...
  • Sie verbringen gerade in der Lernphase, wenn Sie Ihr Kind noch morgens zu Fuß begleiten, wertvolle Zeit mit Ihrem Kind allein.
  • Sie haben nach vier Jahren Übung in einem sicheren Verkehrsgebiet die Gewissheit, dass Ihr Kind auf den Weg zur weiterführenden Schule gut vorbereitet ist.